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Praxis für Intimes

Sprechstunde bei Dr. Éclat

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von Nica Éclat

„Nimm doch Platz.“

Kaum hast du mein Sprechzimmer betreten, sehe ich, wie sich deine Schultern leicht anspannen. Du bemühst dich um einen gelassenen Eindruck, doch deine Hände verraten eine gewisse Nervosität. Das ist nichts Ungewöhnliches. Über Sexualität spricht man selten so offen – schon gar nicht mit einer attraktiven Frau im weißen Kittel.

Ich lächle und schlage deine Akte auf.

„Was führt dich heute zu mir?“

Zunächst zögerst du. Dann erzählst du vorsichtig von einem Problem, das dich schon länger beschäftigt: Deine Gedanken kreisen ständig um Sex. Die Erregung kommt ungefragt, lenkt dich im Alltag ab und lässt dich kaum zur Ruhe kommen. Besonders in der Gegenwart von selbstbewussten, dominanten Frauen. Dein Hausarzt hat dich deshalb an meine Praxis überwiesen – mit den Worten, ich sei auf „ungewöhnliche Fälle“ spezialisiert.

„Das ist dir peinlich, nicht wahr?“

Innerlich lächle ich, gespannt auf das, was gleich kommen wird. Steht mein heutiger Patient wohl auf hohe, enge Lederstiefel? Träumt er auch davon, endlich loszulassen und von einer Herrin gefesselt und genommen zu werden? Vielleicht erniedrigt zu werden, auf die eine oder andere Art?
Viele glauben, eine Untersuchung beginne erst, wenn Vitalwerte gemessen oder Kleidung abgelegt wird. Ich sehe das anders. Sie beginnt in dem Moment, in dem ich die erste Frage stelle.
Mich interessiert, was in deinem Kopf passiert. Welche Fantasien tauchen immer wieder auf? Wovon träumst du heimlich? Gibt es Wünsche, die du noch nie ausgesprochen hast?

Im Alltag bist du es gewohnt, Entscheidungen zu treffen.Verantwortung zu tragen. Die Kontrolle zu behalten. In meiner Sprechstunde darfst du all das einmal loslassen. In diesen Räumen mache ich die Ansagen. Du brauchst nur folgen.
Während du antwortest, beobachte ich dich ganz aufmerksam. Deine Atmung verändert sich. Du hältst meinen Blick einen Moment zu lange – oder weichst ihm aus. Deine Antworten werden leiser. Ehrlicher.

Meine Fragen sind natürlich zielorientiert.

Doch ich wäre keine gute Behandlerin, wenn ich nicht auch neugierig, ja sogar ein bisschen voyeuristisch wäre.
„Findest du es eigentlich erregend, mir davon zu erzählen?"
„Jetzt gerade, wenn du mir beschreibst, wie sehr dominante Frauen dich anmachen...Hast du du eigentlich gerade eine Erektion?“
Mein Blick wandert in deinen Schritt. Verlegen lächelst du und spürst, wie spätestens jetzt das Blut in deinem Penis strömt. Ja, ich genieße diesen Moment, dich zu beschämen und mit deiner Lust zu spielen. Zu einer gründlichen Anamnese gehören manchmal auch kleine Hilfsmittel. Ich lege verschiedene Gegenstände auf den Tisch - darunter auch ein Fieberthermometer, Halsband, Keuschheitskäfig, Latexhandschuhe.

„Sag mir einfach, was dir durch den Kopf geht.“

Vielleicht bleibt dein Blick einen Augenblick länger an einem Gegenstand hängen. Vielleicht errötest du. Vielleicht versuchst du, dir nichts anmerken zu lassen. Doch ich bemerke genau, wohin es dich zieht.

Ich lächle. „Interessant.“

Dann schließe ich deine Akte, erhebe mich und deute mit einer ruhigen Handbewegung auf die Untersuchungsliege. „Dann mache ich mir jetzt mal selbst ein Bild. Bitte zieh dich bis auf die Unterwäsche aus.“ Für einen Moment zögerst du. Nicht lange – gerade lange genug, dass ich dein kleines Ringen mit dir selbst bemerke. Dann legst du Jacke, Hemd und Gürtel sorgfältig beiseite.

„Sehr gut.“ Ich trete näher und lege das Stethoskop an.

„Einmal tief einatmen.“
Dein Herz schlägt schneller, als ich es bei einem gesunden Mann erwarten würde. Liegt das wohl an meiner Sprechstunde?
Anschließend bitte ich dich aufzustehen. Ich umrunde dich langsam, betrachte deine Haltung, deine Atmung, die Spannung in Schultern und Nacken. „Du bist ja ganz angespannt.“ Meine Fingerspitzen prüfen sachlich die Muskulatur und gleiten langsam deinen Körper hinab. „Versuch mal loszulassen. Du bist es gewohnt, die Kontrolle zu behalten, nicht wahr?“
Deine pralle Erektion zeichnet sich deutlich sichtbar ab, wenn du da in deinen Shorts so vor mir stehst. Dann wandert meine Hand unter den Stoff und ich prüfe, wie hart du bist.
„Die körperliche Reaktion passt zu deinen Angaben. Du bist ausgesprochen reizoffen. Gleichzeitig versuchst du, deine Triebe permanent zu kontrollieren. Das kostet Kraft. Die gute Nachricht: Daran lässt sich arbeiten.“ Ich nehme hinter meinem Schreibtisch Platz, schlage deine Akte noch einmal auf und beginne, den Therapieplan zu formulieren.

„Für die kommenden sieben Tage verordne ich dir Enthaltsamkeit.“

„Jedes Mal, wenn dich eine Fantasie beschäftigt, schreibst du sie mir auf. Nicht bewerten. Nicht zensieren. Nur beobachten. Beim nächsten Termin besprechen wir gemeinsam, was wir damit machen.“

Du nimmst deine Unterlagen entgegen und stehst auf. "Bis nächste Woche?" fragst du vorsichtig.

Ich lehne mich zurück und lächle. Natürlich wirst du wiederkommen. Schließlich haben wir gerade erst angefangen.

Mehr über die Autorin:
Nica Éclat

Und hier ihr Profil auf der Webseite
der Fetisch-Klinik Berlin
Dr. Nica Éclat