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Mein Weg: Zwischen Tantra und BDSM

Wie ich zu dem wurde, was ich bin

von Amon Master

Seit 2020 arbeite ich als Tantra-Masseur. Parallel dazu habe ich privat schon immer BDSM gelebt – zwei Welten, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen mögen, mich aber beide gleichermaßen faszinieren. Und wenn man genauer hinschaut, entdeckt man überraschend viele Gemeinsamkeiten: Präsenz, Intensität, das Spiel mit Macht und Hingabe, das bewusste Erkunden von Grenzen.

Schon in der Tantra-Welt bin ich meinen eigenen Weg gegangen. Spiritualität spielt für mich durchaus eine Rolle – aber eher als stille Unterströmung, nicht als Hauptdarsteller. Ich bin einfach nicht der Typ, der mit Räucherstäbchen wedelt und ausführlich über göttliche Energien philosophiert. Mir geht es um echte Begegnung, um Präsenz im Moment, um Authentizität. Weniger Theater, mehr Sein.

Die Verschmelzung zweier Welten

Irgendwann begann ich, Tantra-Massagen mit BDSM-Elementen anzubieten – natürlich nur für Menschen, die das auch wollten. Niemand möchte schließlich während einer entspannenden Massage plötzlich eine Ohrfeige kassieren, wenn das nicht vorher besprochen war! Aber für diejenigen, die sich darauf einließen, entstanden faszinierende neue Erfahrungsräume: Die achtsame Langsamkeit des Tantra traf auf die intensive Kraft des BDSM. Atem und Energie verbanden sich mit Kontrolle und Hingabe.

Von dort war es nur ein logischer Schritt, auch reine BDSM-Sessions anzubieten. Und ich habe schnell gemerkt: Das macht mir unglaublich viel Spaß. Die Rolle als Dom zu verkörpern, Menschen durch intensive Erfahrungen zu führen, diesen Raum zu halten – das erfüllt mich.

Irgendwann kam dann auch noch ein Titel dazu, den ich mir selbst nie gegeben hätte: "King of Facefuck". Aber offenbar hat diese besondere Spielart, bei der Dominanz, Kontrolle und eine ganz eigene Form von Intensität zusammenkommen, ihren festen Platz in meinem Repertoire gefunden. Auch hier geht es mir nicht nur um die physische Handlung, sondern um die psychologische Dynamik, um Präsenz und darum, einen sicheren Rahmen für diese extreme Form der Hingabe zu schaffen.

Die Herausforderung annehmen

Ist es manchmal herausfordernd?
Absolut.
Jede Session ist anders, jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte, seine Wünsche und Grenzen mit.

Als Dom trage ich Verantwortung – für die Sicherheit, für den Raum, für die emotionale und physische Intensität dessen, was geschieht. Diese Verantwortung fordert mich heraus, und genau das mag ich. Ich lerne bei jeder Session dazu, wachse mit jeder Begegnung.

Mein eigener Weg – eine weitere Facette

Auch im BDSM-Bereich gehe ich meinen eigenen Weg – nicht, weil ich denke, dass es der "richtige" Weg ist, sondern weil es eben meiner ist. Ich entspreche nicht dem klassischen Bild eines Doms: kein Leder-Outfit, keine Inszenierung nach Schema F. Und das ist auch völlig okay so. Meine Kolleginnen und Kollegen hier im Atrium haben ihre eigenen, wunderbaren Stile und Ansätze – die BDSM-Welt ist bunt und vielfältig, und genau das macht sie so spannend.

Meine Dominanz entsteht nicht durch Kostüme oder Requisiten, sondern durch Präsenz, durch psychologische Intensität, durch die Art, wie ich einen Raum halte und führe. Und ich merke: Dieser Ansatz kommt besonders bei Menschen an, die sich schon länger für BDSM interessieren, aber mit der klassischen Ästhetik nicht so viel anfangen können. Die suchen etwas anderes – vielleicht etwas Subtileres, etwas mit mehr Tiefe, etwas Unkonventionelles. Und genau da entsteht dann oft diese besondere Chemie.

Das ist vielleicht das, was meine Arbeit auszeichnet:

Diese Verbindung von tantrischer Achtsamkeit und BDSM-Intensität, gepaart mit dem Anspruch, authentisch zu bleiben. Keine Rolle zu spielen, sondern zu sein. Nicht die gängige Ästhetik zu bedienen (obwohl die natürlich auch ihren Reiz hat – sie ist ja nicht umsonst so populär!), sondern den Menschen vor mir wirklich zu sehen und genau das zu kreieren, was in diesem Moment zwischen uns entstehen will.

Im Atrium habe ich den perfekten Ort gefunden, diese Arbeit zu leben. Hier kann ich Sessions gestalten, die beide Welten vereinen – und Menschen einladen, sich jenseits der Klischees auf etwas Neues einzulassen.


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über den Autor:

-> Amon Master